Berühmte Häuptlinge

Geronimo wurde im Jahre 1823 geboren. Sein Vater nannte ihn "Gokhlayeh" ("Einer, der gähnt"), weil er als Kind immer ausgiebig gegähnt hatte. Da sich für die Mexikaner das Wort "Gokhlayeh" schwer aussprechen ließ, bildeten sie das Wort zu Geronimo um. 1858 wurden seine Mutter, seine Frau und seine drei Kinder von mexikanischen Truppen des Militärgouverneus von Sonora, General Jose Maria Carrasco, umgebracht. Von nun an schwörte Geronimo, der vormals ein guter Vater und zärtlicher Ehemann war, Rache. Er unterstellte sich dem Häuptling der Chiracuahuas-Apachen, namens Cochise. Mit seinen Indianern griff er als erstes die Stadt Sonora an, und tötete in seiner Wut eine große Zahl von Soldaten. Geronimo begab sich nun jedes Jahr nach Mexiko und kehrte jedes Mal siegreich zu seinen Stamm zurück. Als der Oberhäuptling Cochise starb, übernahm dessen ältester Sohn dieses Amt, und

Geronimo wurde zum Kriegshäuptling gewählt.
1876 wurde er zum ersten Mal ins San-Carlos-Reservat eingewiesen. Doch im Vergleich zu seiner alten Heimat, erwies sich das Reservat als eine öde und trockene Gegend. Verständlich, dass es Geronimo dort nicht lange aushielt und nach Mexiko verschwand. In den folgenden Jahren hielt er sich dann sowohl in Mexiko, als auch im San-Carlos-Reservat auf. Als er im Jahre 1881 davon hörte, dass er von den Amerikanern verhaftet werden sollte, floh er zunächst endgültig mit 74 Anhängern nach Mexiko. Ca. ein Jahr später schloss er sich dem Kriegshäuptling der Mimbreno, namens Nana an, und 1883 überredete General George Crook Geronimo, wieder nach San Carlos zu kommen, was er 1884 auch tat.
Da Geronimo aber befürchtete, wieder verhaftet zu werden, ging er am 17. Mai 1885 abermals nach Mexiko. Jetzt musste er sich ca. ein Jahr lang gegen 3000 Soldaten zu Wehr setzten, und das mit 100 Frauen und Kindern, und nur 34 Kriegern. Als Geronimo in der Sierra Madre aufgespürt wurde, willigte er in ein Treffen mit General Crook ein, das am 25. März 1886 statt fand. Obwohl sich Crook und Geronimo einig waren, verschwand er wieder - wahrscheinlich unter Alkohol- einfluss - mit 18 Frauen und Kinder, und 20 Kriegern nach Mexiko. General Neslon A. Miles, der Crook ablöste, nahm am 12. April 1886 die Verfolgung auf. Auf Geronimo waren nun 2000 Dollar Belohnung ausgesetzt. Inzwischen wurde seine Familie und andere Chiracahua-Apachen nach Florida deportiert. Nachdem Geronimo zugesichert wurde, dass er in Florida bei seiner Familie leben könne, ergab er sich am 4. September 1886. Dort verbrachte er 3 Jahre im Gefängnis. Im Jahre 1894 wurde er nach Fort Sill in Oklahoma ins Indianerterritorium gebracht, ohne das er zuvor Kontakt zu seiner Familie hatte.
Ca. 20 Jahre lebte er dort. In dieser Zeit präsentierte man ihn als "Ausstellungsstück" bei der Parade von Präsident Roosevelt und bei der Weltausstellung in St. Louis. Sein Wunsch, noch einmal in seine Heimat zurückzukehren, bevor er stirbt, wurde nicht erfüllt. Geronimo war der Indianer, der sich der US-Regierung am längsten widersetzte. Er starb am 17. Februar 1909.

Die Zeitungen nennen ihn wegen seines strategischen Genies respektvoll den indianischen Napoleon - doch ein Feldherr hat Chief Joseph (ein Christ, den die Indianer Hinmatówyalahtquit nennen, Donner zieht auf über dem Land) nie sein wollen. Der Krieg ist ihm aufgezwungen worden: Nach der Ermordung mehrerer Siedler durch drei junge Nez Percé ist er aus Sorge vor Vergeltung im Sommer 1877 mit 700 Stammesangehörigen in die Berge Montanas geflüchtet. Die Army verfolgt den Treck, doch Chief Joseph kann sie durch taktische Meisterleistungen abschütteln: Mal umzingelt er mit 100 Kriegern 600 Kavalleristen, bis seine Leute entkommen können, mal läßt er nachts die Packmulis der Soldaten auseinanderjagen. In 115 Tagen legen die Flüchtlinge mehr als 2500 Kilometer zurück, müssen sich schließlich aber doch ergeben. 431 Überlebende werden in ein Reservat in Oklahoma gezwungen, 70 davon sterben unterwegs. Erst 1885 können dann noch 118 von ihnen zurück zu ihrem Stamm nach Idaho. Chief Joseph aber wird in ein Reservat an die kanadische Grenze verbannt. Dort stirbt er am 21. September 1904 - seinem Arzt zufolge an gebrochenem Herzen.

 

Seinen Namen verdankt Red Cloud (Mahpiya Luta) einem Meteoriten, der in seiner Geburtsnacht einen Schwarm roter Wolken an den Himmel gemalt hat. Schon als junger Krieger überfällt er Siedler und Goldschürfer, läßt Telegrafenmasten niederreißen und Poststationen stürmen. Im Dezember 1866 erobert Red Cloud, nunmehr Häuptling der Oglala, mit 2000 Männern Fort Phil Kearny und läßt alle dort stationierten 80 Soldaten umbringen. Daraufhin zieht sich die Army 1868 zurück und überläßt den Indianern im zweiten Vertrag von Laramie einen Teil der großen Ebenen als Great Sioux Reservation. Da sich die Weißen jedoch nicht an den Vertrag halten, bricht der Krieg 1874 erneut aus. Red Cloud kämpft allerdings nur noch mit Worten: Angesichts der Übermacht der US-Truppen gibt er Waffengängen keine Chance mehr. Jüngere Stammesbrüder fühlen sich von ihm nun verraten. Doch weder ihre ersten Erfolge im Kampf gegen die Army noch Red Clouds Gespräche mit Präsident Ulysses S. Grant verhindern, daß die Sioux in immer kleinere Reservate gedrängt werden. 1909 stirbt der einzige Häuptling, der die US-Regierung im Westen jemals zum Rückzug gezwungen hat, verbittert und halb blind im Reservat.

Indianisch Tatanka Yotanka (circa 1834-1890), Häuptling der Sioux (gespr. "Su"), geboren in der Gegend des Grand River im heutigen South Dakota. Unter der Führung von Sitting Bull, seit 1867 Häuptling, protestierten die Sioux gegen die Versuche der amerikanischen Regierung, ihr Land zu annektieren und sie zwangsweise in Reservate umzusiedeln. Am 25. und 26. Juni 1876 schlugen die Sioux zusammen mit anderen Stämmen eine Strafexpedition unter Oberstleutnant George Armstrong Custer in der Schlacht am Little Bighorn. Obwohl Sitting Bull selbst nicht an der Schlacht teilgenommen hatte, wurde er und seine Männer von der US-Armee verfolgt, konnten jedoch über die Grenze nach Kanada fliehen. 1881 wurde ihm Straffreiheit zugesichert ; er kehrte in die Vereinigten Staaten zurück und ließ sich in einem Reservat nieder. Dort geriet er wieder in Konflikt mit den Weißen, die das Land aufkauften, das eigentlich den Sioux zugesprochen worden war. Mit dem Hintergedanken, Sitting Bull von dem Konfliktherd zu entfernen, erlaubte ihm die US-Regierung, sich der Wildwestshow von Buffalo Bill anzuschließen und ausgedehnte Reisen mit ihr zu unternehmen. 1889 kam er wieder ins Reservat zurück. Die bereits sehr angespannte Stimmung unter den Sioux spitzte sich durch die Prophezeiungen des neuen indianischen Messias Wovoka, daß ein Sieg über die Weißen errungen werde, noch weiter zu und drohte zu eskalieren. Um einen Aufstand zu verhindern, verhafteten Polizisten des Reservates am 15. Dezember 1890 Häuptling Sitting Bull und erschossen ihn, als Sitting Bulls Männer gegen die Verhaftung einschritten. Wenig später fand das Massaker am Wounded Knee statt.

Crazy Horse wurde im Herbst 1841 als Sohn eines Medizinmannes geboren. Sein indianischer Name lautete Tashunka Witko (wildes Pferd). Er gehörte zum Stamm der Oglala. Crazy Horse unterschied sich von seinen Stammesbrüdern durch eine ungewöhnlich helle Haut und durch hellbraunes Haar. Wie all seine Kameraden sollte er schon in frühester Kindheit tapfer sein und den Kriegern nacheifern. Schon als Junge nahm er an Kriegszüge gegen feindliche Stämme wie die Crows und den Shoshonen teil. Er prahlte jedoch nicht mit seinen Taten wie seine Kameraden, im Gegenteil, als junger Mann war er sehr bescheiden und zurückhaltend. Am 21. Dezember 1866 vernichtete Crazy Horse mit seinen Stammesbrüdern unter der Führung von Red Cloud den größten Teil der Besatzungstruppen von Fort Phil Kearny unter dem Kommando von Captain Fetterman. Diese Schlacht wurde bekannt als Fetterman-Massaker. Bei einer weiteren Schlacht, bei der Crazy Horse dabei war, widerfuhr dem Häuptling Red Cloud jedoch eine erbitterte Niederlage. Am 2. August 1867 griffen die Krieger eine Holzfällerkolonne an, die sich hinter einer Wagenburg verschanzt hatte. Obwohl die Indianer in der Überzahl waren, wurden sie von den Gewehrkugeln nieder gemäht. Das war möglich, weil die Holzfäller zur damaligen Zeit moderne Einzelladergewehre hatten, so genannte "Trap-Door-Springfield"-Gewehre, mit denen eine schnellere Schussfolge möglich war. Red Cloud war von dieser Niederlage schwer betroffen, und Crazy Horse wollte von nun an eine solche Ver-teidigungsstellung nicht mehr im Sturmangriff erobern. Die indianische Kriegsführung musste nach seiner Ansicht geändert werden. Er wollte in Zukunft seine Truppen schonen, und besann sich vorwiegend auf den alten Lockvogel-Trick, mit dem er in der Folgezeit einige Schlachten schlagen konnte. Am 17. Juni 1876 schlug Crazy Horse im Rosebud-Tal die Truppe des Bürgerkriegs- kämpfers General Crook, die sich aber mit Hilfe des Shoshonen-Häuptlings Washakie zurückziehen konnte. Am 25. Juni 1876 kam es dann zur berühmten Schlacht am Little Big Horn, bei dem Crazy Horse dank seiner jetzt überlegenen Kriegsführung zusammen mit Sitting Bull General Custers Kompanie vernichtend schlug. Nach dieser Schlacht musste Crazy Horse fliehen, da er jetzt von der US-Armee gejagt wurde.Am 8. Januar 1877 fand ein Kommando von General Nelson A. Miles das Lager von Crazy Horse. Er konnte jedoch fliehen. Aber der kalte Winter brachte ihm und seinen Gefolgsleuten nur Hunger, Durst und Erschöpfung. Daher ergab er sich schließlich zusammen mit 300 Familien. Er wurde im Red Cloud-Reservat bei Fort Robinson untergebracht. Als er sich bei dem Versuch ihn einzukerkern widersetzte - er soll angeblich einen Fluchtversuch unternommen haben - wurde er durch ein Bajonett hinterrücks erstochen.

 

Victorio wurde um 1825 geboren und war Häuptling und Kriegsanführer der Warm Spring Apachen. Wie Mangas Coloradas, wollte er friedlich mit den Amerikanern zusammen leben. Nachdem Mangas Coloradas aber von den Weißen ermordet wurde, organisierte er den bewaffneten Widerstand gegen die Amerikaner. Obwohl Victorio sich dann bereits 1865 bereit erklärt hatte, Frieden zu schließen, weigerte er sich, mit seinem Volk in ein Reservat zu ziehen. Statt dessen führte er weiterhin einen Guerillakrieg gegen Siedler und Goldgräber. Erst 1877 war er bereit, sich und seine Leute in das San-Carlos-Reservat bringen zu lassen. Dieses Reservat erwies sich allerdings als eine trockene und höllische Einöde, wo die Indianer von den Soldaten drangsaliert wurden, und es immer an Nahrung fehlte. So beschloss er, sich mit 80 Anhängern aus diesem Reservat abzusetzen. Es folgten wieder einige Gefechte und Überfälle auf Siedler und Goldgräber. Nach einem strengen Winter, den die Indianer in den Mimbres Mountains verbracht hatten, ergaben sie sich schließlich im Frühjahr 1879. Sie erhielten daraufhin die Erlaubnis, sich in New Mexico anzusiedeln. Hier wurde gegen Victorio dann im Sommer 1879 eine alte Anklage wegen Pferde- diebstahls und Mordes erhoben, worauf er abermals mit seinen Anhängern die Flucht ergriff. Diesmal beschloss er, niemals wieder in ein Reservat zu gehen. Er richtete sich auf mexikanischem Gebiet auf einen Guerillakrieg gegen die US-Regierung ein. 15 Monate gelang es ihm, sich den amerikanischen Truppen zu widersetzten. Dann, am 14. Oktober 1880, wurde sein Lager von mexikanischen Truppen gefunden. Bei dem folgenden Feuergefecht wehrten sich die Krieger mit dem Mut der Verzweiflung, bis ihnen die Munition ausging. Dabei wurde Victorio und 77 seiner Krieger tödlich getroffen. Offiziell heißt es allerdings, er soll sich selber erschossen haben.

Black Kettle (Schwarzkessel), sein indianischer Name war Moxtaveto, wurde um 1803 geboren. Er war Häuptling der Cheyenne. Black Kettle war zusammen mit White Antilope einer der wenigen Häuptlinge, die es vorzogen, Frieden mit dem weißen Mann zu schließen, und die sich nie etwas vom Krieg versprochen haben. So akzeptierten sie im Jahre 1861 den Bruch eines Vertrages von 1851. Durch diesen Vertrag wurde den Cheyenne und den Arapaho ursprünglich die Jagdgründe garantiert, durch die nun eine Reiseroute von Kansas nach Colorado führte. Anschließend gingen sie nach Washington, um sich mit Präsident Lincoln zu treffen. Dieser überreichte Black Kettle eine amerikanische Flagge, und White Antilope einen Friedensorden. Jedoch nicht alle Indianer-Häuptlinge stimmten diesem Vertragsbruch zu. Während einige nach Norden ins Powder-River-Land zogen, um sich dort mit den nördlichen Cheyenne zu verbünden, wandte sich Black Kettle mit ca. vierhundert Anhängern südlich des Akansas-River. Als es aber im Jahre 1864 zwischen US-Truppen und Indianern zu kleinen Gefechten kam, vermehrten sich die Gerüchte um einen Indianerkrieg. Daraufhin ging Black Kettle nach Denver und traf sich dort mit dem Gouverneur John Evans und dem Militär­Befehlshaber, Colonel John Chivington, denen er erklärte, dass er den Weißen Mann nicht zum Feind haben will, und das es ihm nur um eins geht, um Frieden. Beide sagten ihm zu, das er mit seinem Volk in der Nähe von Fort Lyon im südöstlichen Colorado das Lager aufschlagen kann, und das sie dort sicher sein werden. So zog Black Kettle in die vermeintliche Sicherheit zum Sand Creek. Am 27. November traf Colonel John Chivington jedoch mit seinem 3. Colorado Regiment in Fort Lyon ein, mit der Absicht, die Cheyenne zu überfallen. Dieser Mann, der für die Sicherheit der Cheyenne garantierte, befahl seinen Soldaten, keine Gefangenen zu machen und alle - ob jung oder alt - zu töten - Sand Creek Massaker. Trotz dieses Verrats unterschrieb Black Kettle am 14. Oktober 1865 im Namen der südlichen Cheyenne einen Vertrag mit der Regierung. Mit diesem Vertrag erklärte er sich einverstanden, sämtliche Rechte auf das Indianerland im Territorium Colorado aufzugeben. Zwei Jahre später - am 16. Oktober 1867 - handelte er am Medicine Lodge Creek ein Friedensabkommen aus, in dem er sich dazu verpflichtet in einem Reservat des Staates Oklahoma zu leben. Als Gegenleistung sollte er und sein Volk Nahrung, Kleidung und Unterkünfte bekommen. Im Spätherbst des Jahres 1868 schlug er dann sein Winterlager am Washita River auf. Viele junge Männer hatten ihn jedoch verlassen und sich den indianischen Widerstandskämpfer angeschlossen. Am 27. November 1868 sollte sich jedoch zeigen, dass der Vertrag von Mecicine Lodge Creek wertlos war. Am Morgen dieses Tages griff die 7. Kavallerie unter der Führung von Lieutenant Colonel Custer das Dorf am Washita River an. Auch hier wurden flüchtende Männer, Frauen und Kinder niedergemetzelt. Black Kettle und seine Frau wurden gleich zu Beginn des Überfalls von tödlichen Kugeln getroffen, als er den Washita River überqueren wollte. Sein Eintreten für Frieden und Freiheit und sein ständiger Glaube an das Gute, hat vielen Menschen seines Volkes das leben gekostet. Zweimal wurde er bitter enttäuscht, und beim zweitenmal mussten er und seine Frau für seine Bestrebungen selber mit dem Leben bezahlen.

Satanta oder White Bear, um 1830 geboren, war ein bedeutender Kriegshäuptling der Kiowa. Er war ein hünenhafter und energiegeladener Mann, und stets heiter und gesellig. Satanta hatte einen kleinen "Rot-Tick". Bei wichtigen Anlässen, bei Verhandlungen oder im Gefecht, bemalte er seinen ganzen Körper mit roter Farbe. Auch sein Tipi hatte er rot angestrichen. Obwohl Satanta sich stets bemühte mit den Weißen auszukommen, schreckte er nicht davor zurück, gegen sie zu kämpfen. Bei den Friedensgesprächen von Medicine-Lodge-Creek am 21. Oktober 1867 beeindruckte er durch seine Redegewandtheit die Friedenskommissare so sehr, dass man ihm den Titel "Redner der Plains" übertrug. Dennoch unterzeichnete er den ihm dort vorgelegten Vertrag, der aber schon bald von den Weißen wieder gebrochen wurde. Aus diesem Grund verließ er schon bald das ihm zugewiesene Reservat. Am 17. Mai 1871 überfielen er und seine Krieger dann am Butterfield Trail zwischen den Forts Richardson und Belknap einen Vorratszug von zehn Wagen. Dabei töteten sie alle Männer und raubten ihnen alle Ausrüstungsgegenstände, wie Zelte, Gewehre und Maultiere. Zuvor durchritten eine Kolonne Soldaten unter der Führung von General William Sherman dieses Gebiet. Obwohl Satanta auch diese Kolonne hätte angreifen können, tat er es nicht, da ihm sein Medizinmann aufgrund einer Vision davon abriet. Als bekannt wurde, dass Satanta für diesen Überfall verantwortlich war, ließ General Sherman ihn kurzerhand verhaften. Er wurde ins Staatsgefängnis von Huntsville gebracht, jedoch im Jahre 1873 wieder freigelassen. Am 27. Juni 1874 beteiligte er sich dann an der Schlacht bei Adobe Walls, in der er zusammen mit über 700 Comanchen, Kiowa, Cheyenne und Arapaho 29 Büffeljäger angriff, die sich aber dank moderner Feuerwaffen erfolgreich verteidigen konnten. Daraufhin wurde Satanta ein zweites mal eingesperrt. Am 11. Oktober 1878 beging er durch einen Sprung von einem oberen Stockwerk des Gefängnishospitals Selbstmord.

 

Little Crow (in der Sioux-Sprache "Tshe-ton Wa-Ka-wa Ma-ni = Der Habicht, der im Gehen jagt") wurde im Jahre 1803 als Sohn einer angesehenen Häuptlingsfamilie geboren. Nachdem sein Vater bei einem Jagdunfall ums Leben kam, wurde er früh zum Häuptling der Medwakanton-Dakota gewählt. Little Crow hatte acht Frauen, die ihn zum Vater von zweiundzwanzig Kinder machten. Im Jahre 1851 unterzeichnete er den Vertrag von Mendota, durch den sich die Dakota verpflichteten, einen großen Teil ihres Landes in Minnesota an die USA abzutreten. Als Gegenleistung sollten sie Geld und Lebensmittel von der US-Regierung erhalten. Daraufhin zogen Little Crow und sein Volk in ein Reservat des südwestlichen Minnesota. Dort übernahmen sie die weißen Lebensgewohnheiten, nahmen den christlichen Glauben an, und hielten Frieden mit den Bleichgesichtern. Doch die Bezahlung blieb aus, da der nordamerikanische Bürgerkrieg finanziert werden musste. Im Gegenteil, die Lebensmittel, die von weißen Händlern zu überhöhn, indem sie ihnen zuriefen, "Sie sollen doch Gras fressen, wenn sie Hunger haben", stieg die Wut ins Unermessliche. In der Nacht vom 17. auf den 18. August des Jahres 1862 trafen sich alle östlichen Sioux-Stämme aus Minnesota an den Ufern des Geistersees zusammen, um über Krieg und Frieden zu verhandeln. Nachdem sich Little Crow dafür aussprach, das Kriegsbeil nicht auszugraben, wurde er von anderen Häuptlingen niedergeschrieen und als Feigling bezeichnet. So ließ er sich schließlich gegen seiner Überzeugung in den Krieg gegen die Weißen drängen, und übernahm mit anderen Häuptlingen sogar die Führung des sogenannten Minnesota-Aufstandes. Am Tage des 18. August fielen dann über 1000 Krieger über alle Weißen her, die sie aufstöbern konnten. Mehr als 1000 Farmer wurden an diesem Tag Opfer von Mord und Totschlag. Erst beim Angriff auf Fort Ridgeley und auf die Stadt Neu-Ulm konnte der Aufstand durch General Henry Hastings Sibley niedergeschlagen werden. Little Crow konnte daraufhin fliehen und setzte sich nach Westen ab. Über 300 Indianer wurden jedoch im Schnellverfahren zum Tode verurteilt, wobei aber nur 38 Todesurteile von Präsident Lincoln anerkannt wurden. Nachdem Little Crow am Devils Lake überwintert hatte, zog er in nördliche Richtung nach Kanada. Er hatte sich dazu entschlossen, sich den Prärie-Sioux anzuschließen. Dazu brauchte er aber Pferde, die er am Abend des 3. Juli 1863 in der Nähe der Siedlung Hutchinson von den Weißen rauben wollte. Dabei wurde er aber von einem Farmer bei einem Schusswechsel tödlich getroffen. Seine Rolle als Anführung des Minnesota-Aufstandes gefiel ihm von Anfang an nicht. Dennoch ließ er sich in diese Rolle drängen, um nicht als Feigling dazustehen. ten Preisen angeboten wurden, waren verdorben und mussten jetzt von den Indianer selbst bezahlt werden. Nachdem die Indianer auch noch von den Weißen verhöhnt wurde

Roman Nose oder auch Woquini wurde um 1850 geboren und war ein bekannter Krieger der südlichen Cheyenne. Als erbittertster Gegner der Weißen verließ er seine Heimat zwischen dem Smoky Hill und dem Republican River, und zog nach Norden ins Powder-River-Land. Dort schloss er sich dem Häuptling Red Cloud an, und beteiligte sich an verschiedene Kämpfe im "Red Cloud Krieg". So überfiel er beispielsweise im Juli 1865 eine Wagenkolonne am North Platte River und vernichtete den Begleitschutz bis auf den letzten Mann. Später zog es ihn jedoch wieder in seine Heimat zum Smoky Hill. Da am 14. April 1867 das Lager von Roman Nose von der US-Armee angegriffen wurde, weigerte er sich am 21. Oktober 1867 den Vertrag von Medicine Lodge Creek zu unterzeichnen. Am 17. September 1868 stand Roman Nose mit seinen Kriegern auf einen Hügel am Arikaree River, und beobachtete von dort aus einen Trupp Soldaten unter der Führung von Oberst G. A. Forsyth. Diese hatten nach einem zuvor geführten Gefecht mit Roman Nose auf eine Sandinsel im Fluss Schutz gesucht, wobei sie die getöteten Pferde als Deckung benutzten. Als die indianischen Krieger dann zum Angriff übergingen, konnten sich die Soldaten dank der damals modernen Spencer-Repetiergewehre erfolgreich verteidigen. Roman Nose wurde dabei so schwer verwundet, dass er noch in der selben Nacht an seinen Verletzungen verstarb.

Rain in the face (Regengesicht) oder Ite o Magazu in der Sioux-Sprache, wurde 1835 als Sohn des Medizinmannes Wambli-luta (Roter Adler) am Cheyenne River in Nord-Dakota geboren. Einst hatte man ihm bei einem Messerkampf ins Gesicht geschnitten, wobei das Blut seine Kriegsbemalung verwischte. Daher bekam er den Namen Rain in the face. Schon mit zwanzig Jahren wurde er zum Kriegshäuptling der Hunkpapa-Krieger gewählt. Er nahm an zahlreichen Gefechten gegen die US-Armee teil. So auch am 21. Dezember 1866, als er mit Red Cloud und Crazy Horse eine Abteilung der US-Armee unter der Führung von William Fettermann in eine Falle lockte und diese bis auf den letzten Mann vernichtete. Als die Weißen auf der Suche nach Gold immer tiefer in das Gebiet der Black Hills eindrangen, setzte er sich ihnen gemeinsam mit Gall entgegen. Im Jahre 1874 wurde er auf der Standing-Rock-Agentur von Captain Tom Custer gefangen genommen und im Fort Abraham Lincoln eingesperrt. Custer behandelte seinen Gefangenen nicht besonders gut, er soll ihn sogar mit einer Reitpeitsche misshandelt haben. Rain in the face schwor daraufhin Rache, und einige Zeit später konnte er dann auch mit Hilfe von Sitting Bull aus seinem Verließ fliehen. Am 25. Juni 1876 kämpfte er zusammen mit Sitting Bull und Crazy Horse in der Schlacht am Little Big Horn. Hier konnte er nun seine blutige Rache nehmen, indem er Captain Tom Custer bei diesem Gefecht erschlug. Lange Zeit galt er auch als der Krieger, der den Bruder von Tom Custer, General G. Armstrong Custer, getötet haben soll. Im Jahre 1877 setzte er sich dann zusammen mit Sitting Bull nach Kanada ab, kehrte aber im September 1880 in die USA zurück, wo er sich dem General Nelson A. Miles ergab. Rain in the face starb am 12. September 1905.

 

Spotted Tail oder Sinte Galeska (Gefleckter Schweif) wurde um 1823 geboren und war ein bedeutender Häuptling der Brulé-Sioux. Seinen Namen verdankte er einem Trapper, der ihm einen Waschbärenschwanz schenkte, den Spotted Tail von da an immer als Kopfschmuck trug. Seine größte Zeit als Krieger hatte er in den Jahren 1835 bis 1855. In dieser Zeit soll er ca. 100 Skalps erbeutet haben. Als eine Truppe der US-Armee im Jahre 1855 das Dorf von Spotted Tail überfiel, wurde er gefangen genommen. Ein Jahr lang wurde er in Fort Leavenworth und Fort Kearney eingesperrt. Während dieser Zeit wurde ihm bewusst, das ein Krieg gegen die Weißen aussichtslos war. Von da an nahm er im Indianerkrieg an keiner Kampfhandlung mehr teil, bis auf einer Ausnahme: Im Jahre 1865 beteiligte er sich an dem Überfall auf Julesburg, der als einer von vielen Racheakten nach dem Sand-Creek-Massaker verübt wurde. 1868 war er dann einer von den Häuptlingen, die den Friedensvertrag von Fort Laramie unter- zeichneten. Aus dem Reservat heraus, in dem er und sein Volk nach einigem Zögern einzogen, unternahm er mehrere Delegationsreisen nach Washington. Im Jahre 1876 wurde er von General Crook zum Oberhäuptling der Red-Cloud- und Spotted Tail Agentur ernannt. General Crook war es auch, der ihn darum bat, Crazy Horse zu suchen, um ihn zur Kapitulation zu überreden. Spotted Tail sah Crazy Horse nicht als Freiheitskämpfer, sondern als Unruhestifter, der die Sioux nur ins Unglück gestürzt hatte. Er wurde auch für seine Dienste von der US-Regierung großzügig belohnt, was ihn innerhalb der Sioux-Stämme ins Zwielicht brachte. Nachdem er von der Regierung sogar ein kleines Haus geschenkt bekam, wurde er am 5. August 1881 von seinem Unterhäuptling Crow Dog (Krähenhund) erschossen.